Aufgabe 1 · Abitur NRW Englisch LK · Binz: "Landleben auf Probe" 2025

Thema: Sprachmittlung Deutsch → Englisch (Mediation) · Aus der Prüfung LK · Binz: "Landleben auf Probe" (2025)

Aufgabenstellung

You are taking part in an international youth conference on new ideas for living and working. Participants have been asked to provide information on local initiatives.

Write an article for the conference website in which you present the project initiated by a regional association in the south of Germany and the organizers' and participants' motivations.

Material

„Landleben auf Probe": Warum es Großstädter nach Oberfranken 1 zieht

Von Paula Binz

5 Einfach den Laptop aufklappen und loslegen – durch die Pandemie hat sich das mobile Arbeiten in vielen Berufsfeldern zur Normalität entwickelt. Gleichzeitig ziehen immer mehr Menschen raus aufs Land, weg von dem Trubel und der Enge der Großstädte. Doch wer nach der großen Karriere, nach Innovation und Fortschritt strebt, dem erscheint oftmals das Leben in der Stadt als einzig sinnvolle Lösung. An diesem etablierten Bild möchte das Demografiezentrum des Vereins „Oberfranken Offensiv" mit einem außergewöhnlichen Projekt rütteln. Unter dem Slogan „Work. Land. Life – Landleben auf Probe" sollen zehn Großstädter die Möglichkeit bekommen, zwei Monate kostenlos im oberfränkischen Markt 2 Nordhalben zu wohnen und von dort ihrem gewohnten Job digital nachzugehen. 10 Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat.

„Wir möchten zeigen, dass eine ländliche Region genauso moderne und innovative Arbeitsverhältnisse bieten kann wie eine Großstadt", sagt Frank Ebert, Geschäftsführer der Entwicklungsagentur „Oberfranken Offensiv". Das Projekt in Nordhalben soll als Blaupause dienen, um einen „Werkzeugkasten" für andere ländliche Gemeinden zusammenzustellen, die ebenso frischen Wind in ihr Dorfleben bringen möchten. 15 Ebert stellt sich das Zusammentreffen von Stadt- und Landmenschen als „lässigen Austausch auf Augenhöhe" vor, bei dem beide Seiten voneinander lernen und profitieren können. […]

Es sei allerdings auch erwünscht, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf individuelle Weise in das Gemeindeleben einbringen – zum Beispiel durch die Mitarbeit in 20 einem Verein oder bei der Organisation einer Veranstaltung. […]

Das Projekt soll im Juni und Juli dieses Jahres stattfinden, von Anfang Februar bis Ende März konnten sich Interessierte dafür bewerben. „Die Nachfrage ist gewaltig", freut sich Ebert und spricht von um die 100 Bewerbungen. Berlin, Hamburg, München – aus dem ganzen Republik wollen Menschen vorübergehend in Nordhalben leben, einem Markt nahe der Grenze zu 25 Thüringen mit nicht einmal 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Da fragt man sich schon: Warum? Aus den Motivationsschreiben zeichnen sich laut Ebert drei Hauptgründe ab: „Neues entdecken, aus der Stadt rauskommen und Gemeinschaft erfahren."

Die Interessierten kommen aus den verschiedensten Berufsfeldern. „Viele kommen aus dem IT-Bereich, aber auch aus dem Marketing und dem Management", berichtet Ebert. Auch aus 30 dem Ausland hat das Demografiezentrum Bewerbungen bekommen, etwa von gebürtigen Deutschen, die gerade in Südafrika arbeiten und nach einer neuen Erfahrung in Deutschland suchen. Eines hat Ebert besonders positiv überrascht: „Es bewerben sich eben nicht nur 30-jährige Singles, sondern auch einige, die über 60 Jahre alt sind." Gemeinsam mit der 35 Gemeinde wird das Projektteam nun zehn Kandidaten auswählen, und zwar so, dass sich eine „gute Mischung der Geschlechter, der Altersstruktur und der Interessen" ergibt.

Aber warum dient ausgerechnet Nordhalben als Blaupause? „Die Gemeinde hat einfach das Glück, dass dort einige Visionäre leben, die dem Thema modernes Arbeiten sehr zugewandt sind", sagt Ebert. 40 Inmitten des Naturparks Frankenwald ist vor einigen Jahren das „Nordhalben Village" entstanden, ein Zentrum für „Co-Working" und „Co-Living". Der Grundgedanke: Verschiedene kleine Firmen oder einzelne kreative Köpfe teilen sich Büro- und Wohnräume, um einen Austausch zu fördern und gemeinsam innovative Ideen anzustoßen. Laut Ebert wird das Thema auch für große Unternehmen immer interessanter, besonders im Blick auf 45 die steigenden Mietpreise und die Wohnungsnot in den Städten.

Die bestehenden Strukturen des „Nordhalben Village" können nun für das Entwicklungsprojekt genutzt werden, sagt Ebert. Trotz einiger Gemeinschaftsräume stehen den Teilnehmenden dort kleine Einzelappartements mit eigenem Bad und Küche zur Verfügung. Paare oder 50 Familien könnten beispielsweise Ferienwohnungen in der Umgebung einziehen. „Wir werden für jeden Fall eine passende Lösung finden", verspricht Ebert. „Ein Bewerber ist zum Beispiel alleinerziehender Vater, auch das soll kein Hindernis sein."

Nach zwei Monaten „Landleben auf Probe" findet eine Evaluierungsphase statt. Dabei wird 55 eine Professorin für Regionalentwicklung der TU Kaiserslautern beratend zur Seite stehen. Hat sich das Wohlbefinden der Großstädter durch das Arbeiten auf dem Land verändert? Was konnten beide Seiten voneinander lernen? Je nachdem, wie die Ergebnisse ausfallen, wird das Projekt im kommenden Jahr wiederholt. In welcher Gemeinde, ist noch offen.

632 Wörter

Binz, P. (2023, 3. April). „Landleben auf Probe": Warum es Großstädter nach Oberfranken zieht. Augsburger Allgemeine.

Fußnoten: 1 Oberfranken – Region im Norden von Bayern, English: Upper Franconia; 2 Markt – hier: kleinere Gemeinde

Aufgabenstellung: Aufgabe 1 · Abitur NRW Englisch LK · Binz: "Landleben auf Probe" 2025

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

Write an article for the conference website in which you present the project initiated by a regional association in the south of Germany and the organizers' and participants' motivations.

Lösung: A coherent, structured article with a title/introduction, main body and conclusion, written in a neutral register addressed to international conference participants, that summarizes: the co-working/co-living project initiated by the association 'Oberfranken Offensiv' in the small rural community of Nordhalben in Upper Franconia/Bavaria, using the existing 'Nordhalben Village' co-working and co-living facilities, taking up the trend of remote working; ten city dwellers of varied professions, ages and backgrounds are chosen from many applicants to live rent-free for two months while continuing to work remotely; the project is state-subsidized and accompanied by scientific research/evaluation. Organizers' motivation: to strengthen rural life and prove that rural working conditions are not inferior to urban ones, to involve participants in community life, and to develop a blueprint/toolkit for other rural communities. Participants' motivation: to leave the hustle and bustle of big cities behind, to discover something new, and to experience community and rural life.

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