Aufgabe 1 - Umweltfaktoren und ökologische Nische · Abitur NRW Biologie GK · Alpenschneehase 2026
Thema: Umweltfaktoren und ökologische Nische · Aus der Prüfung GK · Alpenschneehase (2026)
Aufgabenstellung
Alpenschneehase und Feldhase
Der Alpenschneehase ( Lepus timidus varronis) kommt in hochgelegenen Gebieten der europäischen Alpen vor. Die Population des Alpenschneehasen ist aus einer Population von Feldhasen ( Lepus europaeus) nach der letzten Eiszeit entstanden.
Material 1: Alpenschneehase und Feldhase
Aufgrund ihrer stammesgeschichtlichen Verwandtschaft haben Alpenschneehase und Feldhase einige Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich aber auch in ihren Ansprüchen an ihre Umwelt. In Tabelle 1 sind ausgewählte Informationen dazu angegeben.
(Quelle: In Anlehnung an Deutsche Wildtierstiftung, o. D.)
Tab. 1: Ausgewählte Informationen zum Alpenschneehasen und Feldhasen
Merkmal
Alpenschneehase
Feldhase
Verbreitung
in Alpenregionen in Europa, in halboffenen Bereichen an der Baumgrenze mit niedrigem Strauchbewuchs
in ganz Europa, auf offenen und halboffenen Flächen
Klima im Lebensraum
vorwiegend in alpinem Gebirgsklima mit einer Jahresmitteltemperatur von ca. 4 °C
vorwiegend in gemäßigtem Klima mit einer Jahresmitteltemperatur von ca. 10 °C
Schnee im Lebensraum
schneebedeckte Flächen in der Regel von Oktober bis Mai
schneebedeckte Flächen nur an wenigen Tagen im Jahr
Nahrung
Gräser, Rinde, Kräuter, Knospen, Blätter
Gräser, Rinde, Kräuter, Knospen, Blätter, Feldfrüchte
Fell
von Oktober bis April weiß und von Mai bis September grau-braun (vgl. Abb. 1), Zeitpunkt des Fellwechsels richtet sich nach der Tageslänge
über das gesamte Jahr braun oder grau-braun (vgl. Abb. 1), kein Fellwechsel
Lebensweise
vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, schlafen tagsüber in flachen Mulden
vorwiegend nachtaktiv, schlafen tagsüber in flachen Mulden
Fortpflanzung
zwei bis drei Würfe mit zwei bis drei Junghasen pro Jahr, in Höhlenbauten in Pulverschneebereichen und Felsspalten
drei bis vier Würfe mit einem bis fünf Junghasen pro Jahr, in flachen Erdmulden
natürliche Feinde
Fuchs, Greifvögel, Rabenvögel
Fuchs, Greifvögel, Rabenvögel
Material 2: Struktur von Hasenhaaren
Die Temperaturregulation erfolgt bei Lebewesen unter anderem über die Wärmeabgabe an die Umgebung. Diese wird bei Hasen durch die Beschaffenheit des Fells beeinflusst. In Abbildung 1 ist die typische Haarstruktur des weißen und braunen Fells schematisch dargestellt. Die Isolierfähigkeit eines luftgefüllten, weißen Haares ist dabei besser als die eines mit braunem Farbstoff gefüllten Haares.
Material 3: Temperaturverlauf und Schneeaufkommen in San Bernardino
San Bernardino ist ein Ort in der Region Graubünden in der Schweiz. Hier befindet sich ein Verbreitungsgebiet des Alpenschneehasen. In den letzten 30 Jahren wurden Klimadaten zur Jahresmitteltemperatur und dem Auftreten von Frosttagen erfasst (Abb. 2). San Bernadino ist eine sehr niederschlagsreiche Region. Es kann davon ausgegangen werden, dass es nach Schneefall an den Frosttagen eine geschlossene Schneedecke gibt.
Material 4: Untersuchungen zum gemeinsamen Vorkommen
Die Region Graubünden in der Schweiz hat ihre höchste Erhebung bei über 4000 m und ihr tiefstes Tal bei ca. 250 m über dem Meeresspiegel. Die Analyse von Jagddaten aus dieser Region lässt Rückschlüsse auf das Vorkommen von Alpenschneehase und Feldhase in der Region Graubünden zu (Abb. 3). Im Vergleich der letzten drei Jahrzehnte wurden Alpenschneehasen im Schnitt jeweils 28 Meter höher angetroffen als im Jahrzehnt zuvor, bei den Feldhasen waren es etwa 31 Meter.
Untersuchungen haben des Weiteren gezeigt, dass die beiden Hasenarten nicht vollständig reproduktiv voneinander isoliert sind. Feldhasen und Alpenschneehasen können fruchtbare Nachkommen hervorbringen, wenn sie im gleichen Gebiet vorkommen.
1
Beschreiben Sie anhand von zwei Aspekten die interspezifische Konkurrenz zwischen den beiden Hasenarten (M 1).
Erläutern Sie anhand der jeweiligen Eigenschaften der Haare die Angepasstheit der jeweiligen Hasenarten an ihren Lebensraum (M 1, M 2).

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Beschreiben Sie anhand von zwei Aspekten die interspezifische Konkurrenz zwischen den beiden Hasenarten (M 1).
Lösung: Interspezifische Konkurrenz entsteht durch: - gemeinsame Nahrungspräferenzen wie z. B. Gräser, Rinde oder Kräuter - Vorkommen an gleichen Orten wie z. B. auf halboffenen Flächen und dadurch Konkurrenz um Schlafplätze (flache Mulden).
Erläutern Sie anhand der jeweiligen Eigenschaften der Haare die Angepasstheit der jeweiligen Hasenarten an ihren Lebensraum (M 1, M 2).
Lösung: - Weißes Haar des Alpenschneehasen ist von Oktober bis April luftgefüllt: - Tarnung: Schutz vor Fressfeinden im Schnee - Aufrechterhaltung der Körpertemperatur: Verhinderung der Unterkühlung durch Minimierung von Wärmeverlusten durch gute Isolierfähigkeit der Haare in alpiner Zone bei Kälte - Grau-braunes Haar des Feldhasen ist farbstoffgefüllt: - Tarnung: Schutz vor Fressfeinden auf erdbraunen Flächen
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