Aufgabe Vorschlag C - 2 - Relationenmodell und Normalisie… · Abitur Hessen Praktische Informatik LK 2021

Thema: Relationenmodell und Normalisierung · Aus der Prüfung LK (2021)

Aufgabenstellung

Entwicklung einer Datenbank für das Impfzentrum

In einer ersten Version der Datenbank möchte das Impfzentrum die Daten der zu impfenden Personen verwalten. Ebenso sollen die Daten der Impfstoffe und ihrer Lagerstandorte, der Produzenten sowie der Impfstofflieferungen verwaltet werden. Dabei gilt:

Eine Person wird zweimal geimpft, wobei zwischen den Impfterminen drei Wochen liegen sollen. Es muss sichergestellt sein, dass eine Person bei beiden Impfungen den gleichen Impfstoff erhält.

Ein Entity-Relationship-Modell (ERM) ist in Material 4 dargestellt.

Material 4: Entity-Relationship-Modell

Hinweise: Ein Impfstoff wird von einem Forschungsinstitut entwickelt (Attribut entwickler). Die Herstellung und Lieferung eines Impfstoffs erfolgt durch Produzenten. Ein Impfstoff gehört zu einer Impfstoffgruppe (Attribut gruppe), wie zum Beispiel mRNA-Impfstoff oder Vektor-Impfstoff. Ein Impfstoff muss bei einer gewissen Temperatur (z.B. -70°C) gelagert werden (Attribut lagerTemperatur). Die verschiedenen Lagerstandorte weisen durch eine entsprechende Kühlung eine jeweils konstante Temperatur (Attribut temperatur) auf.

Material 5: Tabelle Impfprotokoll (Ausschnitt)

Impfling · Risikofaktoren · Impfstoff · Impf-Termin · Impfreaktionen · Verantwortlich

Nr. 123456

Ilka Meier

geb.

12.04.1937 · Diabetes

Übergewicht · BT223a2

(Gruppe mRNA-Impfstoff) · 07.04.21 · keine · Kürzel HEIL

Dr. Silke Heiler

(Allgemeinmedizin)

Nr. 776311

Karl Huber

geb.

08.05.1943 · Bluthochdruck

Übergewicht

Rheuma · BT223a2

(Gruppe mRNA-Impfstoff) · 07.04.21 · Schwindel, Übelkeit

Muskelschmerzen

allergische Reaktion · Kürzel BADE

Kai Bader

(Allgemeinmedizin)

Nr. 270887

Vera Stark

geb.

23.11.1950 · keine · BT223a2

(Gruppe mRNA-Impfstoff) · 07.04.21 · Schmerzen an der Injektionsstelle · Kürzel WIRT

Dr. Lena Wirt

(Innere Medizin)

… · … · … · … · … · …

Nr. 620087

Ina Kraus

geb.

16.09.1948 · keine · Vec23.Cov

(Gruppe Vektor-impfstoff) · 08.04.21 · Fieber

Kopfschmerzen

Appetitlosigkeit

Gelenkschmerzen · Kürzel KLEB

Dr. Kurt Kleber

(Internist)

… · … · … · … · … · …

Nr. 221009

Lars Bauer

geb.

16.06.1954 · Diabetes · BT223a2

(Gruppe mRNA-Impfstoff) · 09.04.21 · keine · Kürzel REIC

Prof. Dr. Til Reich

(Orthopäde)

… · … · … · … · … · …

Nr. 123456

Ilka Meier

geb.

12.04.1937 · Diabetes

Übergewicht · BT223a2

(Gruppe mRNA-Impfstoff) · 29.04.21 · Kopfschmerzen

Gelenkschmerzen · Kürzel WIRT

Dr. Lena Wirt

(Innere Medizin)

Nr. 620087

Ina Kraus

geb.

16.09.1948 · keine · Vec23.Cov

(Gruppe Vektor-Impfstoff) · 29.04.21 · Müdigkeit

Kopfschmerzen · Kürzel KLEB

Dr. Kurt Kleber

(Innere Medizin)

… · … · … · … · … · …

2.1 Das ERM soll in das relationale Modell einer Datenbank transformiert werden.

2.1.1

Beschreiben Sie das relationale Datenbankmodell. Nennen Sie mindestens einen Vor- und einen Nachteil.

[4 BE]

2.1.2

Überführen Sie das ERM (Material 4) in das relationale Modell in der 3. Normalform und begründen Sie Ihre Vorgehensweise.

Hinweis: Alle Relationen sind in der Schreibweise Relation( PK, Attribut,..., FK#) anzugeben.

[8 BE]

2.3 Analyse und Normalisierung des Erhebungsbogens

2.3

Ärzte, die die Impfungen begleiten, sind verpflichtet, Daten zu den geimpften Personen einzuholen und für Auswertungen zu protokollieren. In Material 5 ist ein Ausschnitt der Erhebung zu finden.

Analysieren Sie die Struktur der Tabelle hinsichtlich eventuell auftretender Probleme. Überführen Sie die Tabelle in die 3. Normalform und begründen Sie Ihre Vorgehensweise.

Hinweis: Alle Relationen sind in der Schreibweise Relation( PK, Attribut,..., FK#) anzugeben.

[12 BE]

Aufgabenstellung: Aufgabe Vorschlag C - 2 - Relationenmodell und Normalisie… · Abitur Hessen Praktische Informatik LK 2021

Lösung

Nach den offiziellen Korrekturhinweisen

2.1.1 Beschreiben Sie das relationale Datenbankmodell. Nennen Sie mindestens einen Vor- und einen Nachteil.

Lösung: Beschreibung: Das relationale Datenbankmodell ist tabellenbasiert. Eine relationale Datenbank ist eine Sammlung von Tabellen (Relationen), in denen Datensätze (Tupel) abgespeichert sind, die über Fremdschlüssel verknüpft werden. Jedes Tupel besteht aus einer Reihe von Attributwerten (Spalten). Das Relationenschema legt Anzahl und Typ der Attribute fest. Vorteile: Einfaches, leicht verständliches Modell; Datenunabhängigkeit durch Kapselung der physikalischen Datenspeicherung. Nachteile: Aufteilung von Anwendungsobjekten auf viele Relationen führt zu komplexeren Abfragen und möglichen Performanceproblemen.

2.1.2 Überführen Sie das ERM (Material 4) in das relationale Modell in der 3. Normalform und begründen Sie Ihre Vorgehensweise.

Lösung: Person(personID, nname, vname, gebDatum, plz, ort, strasse, risiko) Impfung(personID#, termin1, termin2, bezeichnung#) Impfstoff(bezeichnung, entwickler, gruppe, lagerTemperatur) Standort(ortID, temperatur, istAnzahlImpfdosen, kapazitaetImpfdosen, bezeichnung#) Produzent(prodID, name, plz, ort, land) Lieferung(prodID#, bezeichnung#, anzahlImpfdosen, termin)

2.3 Analysieren Sie die Struktur der Tabelle hinsichtlich eventuell auftretender Probleme.

Lösung: Die vorliegende Tabelle ist unnormalisiert: - Nicht-atomare Werte: Mehrere Werte in den Spalten Impfling und Verantwortlich (Name, Geburtsdatum bzw. Titel, Fachrichtung). - Wiederholungsgruppen: Die Spalte Risikofaktoren enthält teilweise mehrere Faktoren pro Zelle (Erschwert Suche und Sortierung). - Redundanzen und Anomalien: * Änderungsanomalie: Wird ein Risikofaktor umbenannt, muss dies an vielen Stellen geschehen. * Inkonsistenzen: Fachrichtungen werden uneinheitlich bezeichnet (z. B. Internist vs. Innere Medizin). * Löschanomalie: Wird ein Patient gelöscht, gehen ggf. die Daten des verantwortlichen Arztes verloren. * Einfügeanomalie: Ein neuer Arzt ohne Impfungen kann nicht ohne Weiteres eingetragen werden (Nullwerte in Schlüsselfeldern).

2.3 Überführen Sie die Tabelle in die 3. Normalform.

Lösung: Impfling(personID, nname, vname, gebDatum, bezeichnung#) Impfstoff(bezeichnung, gruppe) Risikofaktor(risID, bezeichnung) Impfling_Risikofaktor(personID#, risID#) Impfung(iID, personID#, termin, kuerzel#) Impfreaktion(reakID, bezeichnung) Impfung_Impfreaktion(iID#, reakID#) Arzt(kuerzel, titel, nname, vname, fID#) Fachrichtung(fID, bezeichnung)

2.3 Begründen Sie Ihre Vorgehensweise bei der Überführung in die 3. Normalform.

Lösung: 1. Normalform: Alle Mehrfacheinträge und nicht-atomaren Werte wurden atomisiert und Wiederholungsgruppen durch zusätzliche Zeilen bzw. separate Tabellen aufgelöst. Eindeutiger Primärschlüssel wurde vergeben. 2. Normalform: Aufspaltung in kleinere Relationen, sodass alle Nichtschlüsselattribute voll funktional vom gesamten Primärschlüssel abhängen (Beseitigung partieller Abhängigkeiten bei zusammengesetzten Schlüsseln). 3. Normalform: Auflösung transitiver Abhängigkeiten, sodass kein Nichtschlüsselattribut von einem anderen Nichtschlüsselattribut abhängt.

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