Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 3.1, 3.2, 3.4 · Abitur Hessen Gesundheitslehre LK 2022
Thema: Sexualhormone, Zyklus, Schwangerschaft und Stillzeit · Aus der Prüfung LK (2022)
Aufgabenstellung
Auch während der Corona-Pandemie können Mütter in der Regel ihre Säuglinge stillen. Schon während der Schwangerschaft wirken verschiedene Hormone auf die Brust, um sie auf die Milchabgabe nach der Geburt vorzubereiten. Während der Schwangerschaft ist die Milchabgabe durch die hohe Östrogenproduktion der Plazenta noch nicht möglich.
Material 5
Hormonelle Einflüsse auf die Brustdrüse
3.1
In Material 5 werden die hormonellen Einflüsse auf die Laktation (Milchbildung und Milchabgabe) dargestellt.
Benennen Sie die in Material 5 dargestellten anatomischen Strukturen A–D und die Hormone 1 und 2. [3 BE]
3.2
Säuglinge werden nach der Entbindung zeitnah an die Brust angelegt, um an ihr zu saugen.
Erklären Sie die in Material 5 dargestellten Vorgänge beim Stillen.
Erläutern Sie einen der dargestellten Rückkopplungsmechanismen der Laktation. [6 BE]
3.4
Wird ein Säugling regelmäßig mindestens sechs Mal am Tag alle vier Stunden gestillt und nimmt keine anderen Flüssigkeiten oder keine andere Nahrung auf, gilt er als „voll gestillt“.
Analysieren Sie die Auswirkungen des „vollen Stillens“ auf den Menstruationszyklus ausgehend von Material 5. [3 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
3.1 Struktur A:
Lösung: HVL / Hypophysenvorderlappen / Adenohypophyse
3.1 Struktur B:
Lösung: HHL / Hypophysenhinterlappen / Neurohypophyse
3.1 Struktur C:
Lösung: Nabelschnur
3.1 Struktur D:
Lösung: Gebärmutter / Uterus
3.1 Hormon 1:
Lösung: Prolaktin
3.1 Hormon 2:
Lösung: Oxytocin
3.2 Erklären Sie die in Material 5 dargestellten Vorgänge beim Stillen. Erläutern Sie einen der dargestellten Rückkopplungsmechanismen der Laktation.
Lösung: Vorgänge beim Stillen: Durch das Saugen des Säuglings an der Brustwarze werden im Hypothalamus zwei Prozesse ausgelöst. Einerseits wird Dopamin, das die Prolaktinfreisetzung hemmt, gehemmt. Dadurch wird die Ausschüttung von Prolaktin aus dem Hypophysenvorderlappen (Adenohypophyse) und damit die Milchbildung in den Alveolen der Brustdrüse stimuliert. Andererseits wird Oxytocin aus dem Hypophysenhinterlappen (Neurohypophyse) freigesetzt, welches die Milchabgabe aus den Alveolen fördert. Rückkopplungsmechanismus (einer von beiden): - Positive Rückkopplung bei Oxytocin: Die Ausschüttung des Oxytocins wird über positive Rückkopplung gesteuert. Je mehr der Säugling saugt, desto mehr Oxytocin wird freigesetzt und die Milchabgabe wird angeregt. Je weniger der Säugling trinkt, desto weniger Milch wird abgegeben. - Negative Rückkopplung bei Prolaktin: Die Ausschüttung des Prolaktins wird über eine negative Rückkopplung gesteuert. Das Saugen an der Brust hebt die Hemmung der Prolaktinfreisetzung durch Dopamin auf. Infolgedessen wird die Milchbildung durch Prolaktin gefördert.
3.4 Analysieren Sie die Auswirkungen des „vollen Stillens“ auf den Menstruationszyklus ausgehend von Material 5.
Lösung: Prolaktin hemmt die GnRH-Ausschüttung. Damit wird die Freisetzung von LH und FSH aus dem Hypophysenvorderlappen verhindert. Durch das fehlende FSH wird keine befruchtungsfähige Eizelle bereitgestellt, da die Follikelreifung ausbleibt. Ebenso findet keine Proliferation der Gebärmutterschleimhaut statt. Durch das fehlende LH wird keine Ovulation ausgelöst und es fehlen die Auflockerung und vermehrte Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut. Es findet kein Menstruationszyklus statt.
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