Aufgabe Modul C - 3.2 · Abitur Hessen Chemietechnik LK 2021
Thema: Energetik chemischer Reaktionen · Aus der Prüfung LK (2021)
Aufgabenstellung
Kohlenstoffmonoxid CO wird bei der industriellen Eisengewinnung im Hochofenprozess als Reduktionsmittel eingesetzt. Dazu wird es aus Koks (Kohlenstoff) durch Einblasen von Heißluft („Wind“, 900 °C) gebildet. Bei der Reduktion des Metalls wird es zu Kohlenstoffdioxid oxidiert. Kohlenstoffdioxid, Kohlenstoff und Kohlenstoffmonoxid stehen dabei in einem Gleichgewicht (BOUDOUARD-Gleichgewicht).
Material 3
Aufbau und Funktion eines Hochofens
In einem Hochofen wird von oben Eisenerz mit Koks und Kalkstein eingefüllt. In die Verbrennungszone wird Heißluft eingeblasen, wodurch Koks in diesem Bereich zu Kohlenstoffmonoxid CO reagiert.
Das CO reduziert das Eisen(III)-oxid aus dem Erz nun stufenweise, wobei jeweils Kohlenstoffdioxid gebildet wird. In der vergleichsweise kälteren Vorwärmzone des Hochofens bildet sich zunächst , ein Mischoxid aus Eisen(II)-oxid FeO und Eisen(III)-oxid . Dieses sogenannte Eisen(II, III)-oxid wird daher sowohl mit als auch mit beschrieben.
Dieses rutscht nun weiter abwärts in die heißere indirekte Reduktionszone. Hier wird es weiter zu FeO und dieses schließlich in der ca. 1000 °C heißen, direkten Reduktionszone zu flüssigem Roheisen Fe reduziert. Das Eisen sammelt sich am Boden des Hochofens. Auf ihm schwimmt die „Schlacke“ (Kalk und Begleitmineralien des Erzes), welche das Roheisen vor der Oxidation durch den Wind schützt. Das Roheisen und die Schlacke werden von Zeit zu Zeit durch seitliche Stichlöcher abgelassen.
Hinweis: Bei allen Schritten ist CO Reduktionsmittel.
Material 4
Molare Standardbildungsenthalpien und molare Standardentropien ausgewählter Verbindungen
· ·
CO (g) · ·
(g) · ·
C (s) · ·
FeO (s) · ·
(s) · ·
(s) · ·
(g) · ·
3.2 Die Reaktion von Kohlenstoffdioxid mit Koks zu Kohlenstoffmonoxid läuft unter Standardbedingungen nicht freiwillig ab.
Berechnen Sie mithilfe von Material 4 die Temperatur, ab der die Reaktion freiwillig verläuft, und erklären Sie die erst bei höheren Temperaturen auftretende Freiwilligkeit.
[5 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Berechnen Sie mithilfe von Material 4 die Temperatur, ab der die Reaktion freiwillig verläuft
Lösung: K
Erklären Sie die erst bei höheren Temperaturen auftretende Freiwilligkeit
Lösung: Eine Reaktion ist freiwillig, wenn sie mit einer Erhöhung der Gesamtentropie verbunden ist (oder ). Die Reaktion ist endotherm (), verläuft aber unter Entropiezunahme (). In der GIBBS-HELMHOLTZ-Gleichung überwiegt der entropische Term erst bei hinreichend hohen Temperaturen ( K), wodurch negativ wird.
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