Aufgabe Vorschlag C - Aufgabe 5 · Abitur Hessen Biologie GK 2021
Thema: Nahrungsbeziehungen und Populationen · Aus der Prüfung GK (2021)
Aufgabenstellung
Material 1
Ökologie der Asiatischen Tigermücke
Die Asiatische Tigermücke ist eine relativ kleine Stechmücke mit 0,5–1 cm Körperlänge. Sie ist sehr anpassungsfähig, da sie trocken- und kälteresistente Eier bilden kann. Während die Larven und Puppen der Mücken bei Temperaturen unter 10°C absterben, überdauern die Eier auch Temperaturen bis zu –10°C. Der voranschreitende Klimawandel und die damit einhergehenden milder werdenden Winter tragen ebenfalls dazu bei, dass sich die Tigermücke in unseren Breiten erfolgreich ausbreitet.
Die Tigermücke ist hervorragend an städtische Lebensräume angepasst. Eier, Puppen und Larven findet man in kleinsten Wasseransammlungen wie Vogeltränken, alten Autoreifen und verstopften Dachrinnen. Die Larven ernähren sich von Mikroorganismen und organischem Material, das sie aus dem Wasser filtern. Die erwachsenen, flugfähigen Tiere entfernen sich von den Brutstätten, die Tigermücke fliegt allerdings nur rund 100–200m weit.
Wie bei anderen Stechmücken auch, saugen ausschließlich die Weibchen Blut, welches sie für die Bildung ihrer Eier benötigen. Die Asiatische Tigermücke ist potenzieller Überträger verschiedener Krankheitserreger. Sie ist in der Lage, Dengue-, Chikungunya-, West-Nil-, Zika- oder Gelbfieber-Viren zu übertragen. In Hessen wurde jedoch bisher keine dieser Infektionen durch eine Tigermücke dokumentiert.
Material 4
Ausrottung der Asiatischen Tigermücke auf Palmyra
Das Palmyra-Atoll, eine Gruppe sehr kleiner Inseln im Pazifik, wird von ca. 50 000 Seevögeln bewohnt, Menschen leben und lebten hier nie dauerhaft. Ursprünglich waren keine Säugetiere auf der Inselgruppe heimisch. Im zweiten Weltkrieg schleppten Soldaten, die die Insel als Militärbasis nutzten, Ratten ein. Diese ernährten sich von den Küken und Eiern der Seevögel und von Krebsen und Krabben. Sie fraßen Kokosnüsse und andere Baumsamen. Diese Kokosnussschalen waren eine der wenigen Möglichkeiten, wo sich Regenwasser sammeln konnte. Im Jahr 2011 führten Ökologen eine erfolgreiche Ausrottungskampagne gegen die damals ca. 40 000 Nager durch. Überraschenderweise verschwand mit den Ratten auch die ebenfalls eingeschleppte Tigermücke von der Insel, deren Weibchen vor allem Säugetiere stechen, aber nur in Ausnahmefällen Vögel. Hingegen kommt eine zweite Stechmückenart, die Südliche Hausmücke, die sich auf Vögel spezialisiert hat, weiterhin vor.
5 Erklären Sie das Vorkommen der beiden Stechmückenarten vor und nach Ausrottung der Ratten. (Material 1 und 4) [7 BE]

Lösung
Nach den offiziellen Korrekturhinweisen
Erklären Sie das Vorkommen der beiden Stechmückenarten vor und nach Ausrottung der Ratten. (Material 1 und 4)
Lösung: Vor der Ausrottung der Ratten: Hervorragende Bedingungen für die Tigermücke durch ihren Hauptwirt (Ratten) und Brutbiotope in mit Regenwasser gefüllten Kokosnussschalen. Durch Wirtsaufteilung minimierte Konkurrenz zur Hausmücke. Nach der Ausrottung der Ratten: Wegfall des Hauptwirts führte zum Ausweichen auf Vögel; dort direkte Konkurrenz zur spezialisierten Hausmücke, was nach dem Konkurrenzausschlussprinzip zum Zusammenbruch der Tigermückenpopulation führte.
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