Abitur BW Biologie 2026 · LK · Dscheladas
Aufgabe Biologie aus dem IQB-Pool 2026, LK · Dscheladas: 2 Teilaufgaben mit Lösungen. Themen: Evolutionsfaktoren und Artbildung. Mit automatischer Korrektur.
Themen der Aufgabe: Evolutionsfaktoren und Artbildung · Stammbäume, Verhalten und Evolution des Menschen
Aufgabe 1 - Evolutionsfaktoren und Artbildung
Pavianartige – Evolution und Sozialverhalten
Die Verwandtschaftsgruppe der Pavianartigen (u. a. Paviane, Mandrill, Drill und Djeladas) geht auf eine gemeinsame Stammart zurück. Mithilfe von DNA-Sequenzen wurden ihre Verwandtschaftsbeziehungen rekonstruiert. Innerhalb dieser Verwandtschaftsgruppe wurden bei den Djeladas Besonderheiten hinsichtlich ihres Lebensraumes, ihrer Ernährung und ihres Paarungssystems evolviert.
Material 1: Die Schwesterarten Drill und Mandrill an der Westküste Zentralafrikas
Die Schwesterarten Drill und Mandrill gehen auf eine gemeinsame Stammart zurück, die als einheitliche Population beiderseits des Flusses Sanaga lebte. Vermutlich ist der Wasserstand des Sanaga noch zu Zeiten dieser gemeinsamen Stammart stark angestiegen, als sich das vormals trockene Klima zum heutigen feucht-tropischen Klima wandelte. Heute kommt der Drill nördlich und der Mandrill südlich des Sanaga vor (Abb. 1).
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Erklären Sie mithilfe der synthetischen Evolutionstheorie, wie es zur Artaufspaltung bei Drill und Mandrill gekommen ist (M 1).
[7 BE]
Aufgabe 2 bis 4 - Stammbäume und Verhalten
Pavianartige – Evolution und Sozialverhalten
Die Verwandtschaftsgruppe der Pavianartigen (u. a. Paviane, Mandrill, Drill und Djeladas) geht auf eine gemeinsame Stammart zurück. Mithilfe von DNA-Sequenzen wurden ihre Verwandtschaftsbeziehungen rekonstruiert. Innerhalb dieser Verwandtschaftsgruppe wurden bei den Djeladas Besonderheiten hinsichtlich ihres Lebensraumes, ihrer Ernährung und ihres Paarungssystems evolviert.
Material 2: Stammesgeschichtliche Verwandtschaft bei Pavianartigen
Die Pavianartigen umfassen die vier Arten Pavian, Djelada, Mandrill und Drill. Zur Ermittlung ihrer Verwandtschaftsverhältnisse wurden umfangreiche homologe Abschnitte ihrer DNA sequenziert (Ausschnitt s. Tabelle 1) und verglichen. Die Makaken, nahe Verwandte der Pavianartigen, dienten als Außengruppe. Ihre DNA-Sequenz entspricht dem ursprünglichen Zustand bei der Stammart der Pavianartigen. Man erhielt den abgebildeten Stammbaum (Abb. 2).
Tabelle 1: Ausgewählte Positionen eines DNA-Abschnitts, der für die Cytochrom-C-Oxidase codiert. Unterschiede der Pavianartigen zu den Makaken (Außengruppe) sind durch Fettdruck hervorgehoben Basenposition · 6 · 7 · 8 ·... · 94 · 95 · 96 ·... · 106 · 107 · 108 · 109 · 110 · 111 · 112 · 113 · 114 · 115
Makaken (Außengruppe) · C · A · C ·... · T · C · T ·... · T · T · C · C · T · A · G · T · A · T
Pavian · T · A · T ·... · T · T · T ·... · T · T · T · T · T · A · A · T · C · T
Djelada · T · A · T ·... · T · T · T ·... · T · T · T · C · T · A · A · T · C · T
Mandrill · T · A · T ·... · T · C · T ·... · C · T · T · C · T · A · G · T · C · C
Drill · T · A · T ·... · T · C · T ·... · C · T · T · C · T · A · G · T · C · C
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Begründen Sie die Abstammung der vier Pavianartigen von einer Stammart sowie die Verwandtschaft von Pavian und Djelada als Schwesterarten (M 2). [10 BE]
Material 3: Paarungssysteme und Männchenmerkmale bei Pavianen und Djeladas
Alle Arten der Pavianartigen leben in Sozialverbänden. Bei den meisten Arten findet man in diesen Sozialverbänden das Paarungssystem der „Polygynandrie“. Dabei bilden mehrere Weibchen und mehrere Männchen einen Sozialverband. In einem solchen Sozialverband gelingt es den Männchen nicht, eines oder mehrere Weibchen bezüglich der Fortpflanzung zu kontrollieren. Weibchen kopulieren oft in kurzer Folge mit verschiedenen Männchen. Männchen agieren so, dass sie sich möglichst schnell und oft paaren.
Das Paarungssystem der Djeladas ist anders und innerhalb der Pavianartigen einzigartig. Sie haben im Laufe ihrer Evolution eine Polygynie entwickelt. Dabei lebt ein Männchen mit einer Weibchengruppe. Es kontrolliert diese und verteidigt sie gegenüber anderen Männchen. Diese anderen Männchen werden in räumlich getrennte Männchengruppen verdrängt.
Sowohl Polygynandrie als auch Polygynie korrelieren bei Männchen mit Merkmalen von Stärke (Körpergröße), Drohung (Eckzähne) und Fortpflanzung (Hodengröße bzw. Anzahl Spermienzellen). Dies ist nicht nur bei Pavianartigen der Fall, sondern generell bei Primaten (Abb. 3). Das spricht dafür, dass diese Männchenmerkmale generell in dem jeweiligen Paarungssystem positiv selektiert werden.
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Erläutern Sie, welchen Einfluss eine hohe reproduktive Fitness eines Individuums auf den Genpool einer Population hat. Begründen Sie, warum die Merkmale von Djelada- und Pavianmännchen deren reproduktive Fitness beim jeweiligen Paarungssystem begünstigen könnten (M 3). [12 BE]
Material 4: Haremsübernahmen und Kindstötungen durch Djelada-Männchen
Ein Djelada-Männchen kann von einem anderen Männchen verdrängt werden. Dieses übernimmt dann die Weibchengruppe. Das neue Männchen tötet häufig einen Teil der Jungtiere, insbesondere sehr junge. Die Stillzeit der Weibchen, die gewöhnlich eineinhalb Jahre beträgt, wird abrupt unterbrochen. Das Stillen ist ein wichtiger Teil des hormonellen Regulationsgeschehens bei Weibchen nach der Geburt (Abb. 4).
Freilanduntersuchungen an Djeladas ergaben, dass die durchschnittliche Geburtenpause bei Weibchen, die ihr Kind durch Kindstötung verlieren, bei 1,2 Jahren liegt. Bei Weibchen, die ihr Kind normal abstillen, liegt der Durchschnitt bei 2,5 Jahren.
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Erklären Sie die Veränderung bezüglich der Fortpflanzung nach Kindstötungen bei Djelada-Weibchen auf physiologischer Ebene (proximate Erklärung) (M 4). Erklären Sie die Entstehung des Verhaltensmusters der Kindstötungen durch Djelada-Männchen im Sinne der synthetischen Evolutionstheorie (ultimate Erklärung) (M 4). [11 BE]
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